Versteifungen an der Hand, Handwurzel und dem Handgelenk

Versteifung aller Langfingerendgelenke und aufwendige Versteifung des Daumengrundgelenkes als Wiederholungseingriff


Die Hand bildet mit dem Handgelenk ein anatomisch und funktionell anspruchsvolles Konstrukt. Kommt es durch Verletzungen, durch Fehlbelatungen, durch Überbeanspruchung oder auch angeboren zu Schäden mit übermäßigen Knorpelverbrauch (=Arthrose) und sind andere korrigierende Maßnahmen nicht mehr erfolgreich und eine Gelenkersatz nicht sinnvoll oder unmöglich, kann eine Versteifung von Teilen der Hand oder des Handgelenkes erforderlich werden.


Die am häufigsten durchgeführte Versteifung (Arthrodese) an der Hand ist die am Langfingerendgelenk bei meist angeborener Arthrose (=Heberden-Arthose). Ist der Schmerz an dem betroffenen Gelenk mit anderen Maßnahmen nicht mehr zu behandeln, ist dieser kleine in regionaler Anästhesie durchgeführte Eingriff  problemlos und ohne wesentliche Komplikationsrisiken durchzuführen.




Versteifung des Fingerendgelenkes mit einem X-förmigen innenliegenden Implantat aus Titan.


In dem linksseitigen Bild erahnt man die Wiederhaken am Implantat. Damit wird frühzeitig eine hohe Stabilität erreicht.


Im Mittelgelenk des Fingers siet man einen flaueren "Schatten", der von einem künstlichen Gelenk gebildet wird.


Sowohl an den Langfingermittel- wie grundgelenken sollte eine Versteifung nur bei Ausschöpfen aller andere Maßnahmen und erst nach einem Gelenkersatz mit einer Endoprothese durchgeführt werden. Die aufgehobene Beweglichkeit in diesen Gelenken führt zu einer deutlichen Einschränkung der Handfunktion.



Bei einer Radiusfraktur ist es auch zu einer SL-Bandverletzung gekommen. Im Anschluß kam es zu einer Verdrehung der Handwurzelnochen mit der Ausbildung einer schmerzhaften Arthrose.

Nach Ausschöpfen aller konservativen Maßnahmen wurde bei der OP die alte Platte von der Speiche entfernt, eine Schraube mußte verbleiben, und die vier ellenseitigen Handwurzelknochen wurden miteinander verschraubt (=four corner fusion/medio-carpale Teilarthrodese)!



An der Handwurzel bestehen gute Erfolge mit Versteifungen einzelner oder mehrerer Gelenke. Eine wesentliche Einschränkung wird hier nicht mehr verspürt. Schon die Erkrankung, die zur Operationsindikation geführt hat, geht mit einer deutlich eingeschränkten Beweglichkeit einher! Durch die Versteifung verschwindet der Schmerz. Die Kraft durch den Mehrgebrauch nimmt zu und auch die Beweglichkeit ist häufig nach Versteifung etwas besser als vor der OP.





Minimal invasive Versteifung des Kahnbein, großen und kleinen Vieleckbein / Scaphoideum, Trapezoideum und Trapezoid (=STT-Arthrodese) bei anlagebedingter sehr schmerzhafter isolierter STT-Arthrose.



Durch die Versteifung des gesamten Handgelenkes werden alle Handwurzelknochen mit den Unterarmknochen dauerhaft fest verbunden. Das Umwenden der Hand bleibt erhalten, aber die anderen Bewegungen sind aufgehoben. DIes ist sicher ein Schritt der gut überlegt sein will und sicher müssen Alternativen ausgeschlossen sein. Der Gelenkersatz ist immer zu diskutieren, Gerade bei jüngeren Patienten, die Ihre Hand noch sehr stark beanspruchen müssen, ist die Lebensdauer eines Kunstgelenkes eingeschränkt, sodaß eine Versteifung die bessere Alternative sein kann.






Vollständige Handgelenksversteifung nach mehrfachen Operationen. Ursächlich war eine gravierende zu spät erkannte SL-Bandverletzung.




Die Versteifungungen von Kahnbein oder/und Mondbein mit der Speiche sind sicher Ausnahmeindikationen und eher eine Operation bei einem Rheumatiker. Hier kann es im Verlauf zu teilweise vielen weiteren Operationen kommen und sich so der schonende Umgang mit der Knochensubstanz lohnen.



Praxisklinik mit ambulantem OP-Zentrum